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Die Fremdsprachen

In der Waldorfschule werden ab der ersten Klasse zwei Fremdsprachen unterrichtet,
in unserer Schule sind das Englisch und Französisch.
Warum ein so früher Beginn?
Wenn das Kind in die Schule kommt, ist es im mündlichen Gebrauch seiner Mutter-
sprache so sicher geworden, dass es sich ein gutes Gerüst zum Denken, Sprechen
und Kommunizieren erworben hat. Dabei sind in diesem Alter alle Sprachorgane
vom Kehlkopf bis zur Zungenspitze – noch sehr bildsam und offen. Zu diesem Zeit-
punkt klingen nun die fremden Laute, Töne und Melodien der anderen Sprachen an
sein Ohr – in spielerischer, singender und sprechender Weise. Es ahmt sie nach und
nimmt sie auf – so, wie es seine Muttersprache erlernt hat.

Bis zum Ende der dritten Klasse füllen Sprüche, kleine Gedichte, Lieder, Reigen und
Spiele die Unterrichtsstunden – alles bewegt sich im rein mündlichen Bereich. Ab der
vierten Klasse ändert sich dies: die Schrift und das Bewusstmachen der ersten
Grammatik kommen nun hinzu. Dabei schreiben die Kinder zuerst die in der dritten
Klasse erlernten Texte – mit dem Effekt, dass sie gleich «lesen» können.

Im Laufe der Jahre werden die Texte länger, die Grammatikkapitel schwieriger, bis
die Schüler dann Ende der Mittelstufe fähig sind, sich mit englischer und französischer
Lektüre zu beschäftigen; später längere Theaterstücke in der Fremdsprache auf die
Bühne zu bringen, eventuell eine Klassenfahrt nach England oder Frankreich zu
unternehmen.

Bei diesem langen Prozess geht es nicht nur darum, Sprache als Kommunikations-
mittel benutzen zu lernen, sondern die Fremdsprachen bieten immer auch eine
Möglichkeit zu erkennen, wie unterschiedlich andere Völker die Welt erleben bzw.
begreifen und daher oftmals auch anders handeln.

Das Erlernen der Sprachen trägt deshalb zur Völkerverständigung bei und öffnet –
besonders den Oberstufenschülern – den Blick und das Verständnis für Andere.

Die Schüler werden durch die Erfahrung mit dem Geist anderer Sprachen, den Sitten
und Geschichten anderer Völker ihre eigenen Gewohnheiten und Denkweisen
deutlicher wahrnehmen und erkennen lernen.



 
 
 
 
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